Rückblick auf ein sehr gelungenes Chorwochenende vom 10. bis 12. Februar 2017

Wuppertal, Bundeshöhe 7. Für die APO keine unbekannte Adresse. Gemeindefreizeit 2009. Das Jahr, in dem Wolfsburg Deutscher Meister wurde. Damals noch mit Felix Magath als Trainer. Lang ist’s her.

Diesmal fährt allerdings nicht ein großer Teil der APO-Gemeinde los, sondern der APO-Gemeindechor. Sechzehn sangesfreudige Frauen und Männer machen sich am 10. Februar auf den Weg. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geht es am Nachmittag los. Wir, das sind in meinem Fall: Elvira, Uwe und ich. In der Chorsprache heißt das: zwei Tenöre und eine Sopranistin.

Nach einer guten Stunde Fahrt sind wir da, der Wochenendverkehr beschert uns erfreulicherweise keinen Stau. Noch sind nicht viele da, aber das soll sich bald ändern.

Um 18.30 Uhr gibt’s das erste gemeinsame Abendbrot. An einer langen Tafel sitzen nun sechzehn Chormitglieder plus Chorleiter Wolfgang Jilke und Dirk Spitzer, der uns am Klavier begleitet.

Die Stimmung ist gut, und bei Frikadellen, Käsebroten und warmem Malventee wird gelacht und Späße gemacht. Unser erstes Chorwochenende unter Wolfgangs Leitung. Schon lange haben wir uns darauf gefreut. Uns erwartet ein straffes Programm.

Um 19.30 Uhr geht es direkt los. Probe. Die ersten Lieder werden gesungen, ein Vorgeschmack auf eine ordentliche Portion Musiktheorie: Takt, Rhythmus, betonte und unbetonte Noten, Dreivierteltakt, Viervierteltakt. Für manche Neuland, aber in der Gemeinschaft gelingt uns auch das.

Später erwartet uns ein erster bunter Abend: Wir interviewen uns gegenseitig und lassen in der Runde raten, wer es sein könnte. Angeheftet sind ältere Fotos, die das Erraten erleichtern sollen. Auch hier ist die Stimmung ausgelassen und fröhlich.

Am Samstagmorgen liegt Schnee in Wuppertal. Es ist winterlich kalt und die Landschaft hat sich wunderbar verwandelt. Viele beschließen, nach dem Mittagessen spazieren zu gehen. Bevor es jedoch ins winterliche Weiß geht, gilt es Taktgefühl zu beweisen, an den richtigen Stellen Pausen zu machen und zur rechten Zeit Atem zu holen. Was einfach klingt, ist nicht immer einfach, zumal der Verfasser dieser Zeilen zu den Notenunkundigen zählt. Doch das macht nichts, zu den Klängen von „The Lion sleeps tonight…..“ lernen wir alle viel dazu, und der Spaß kommt sowieso nicht zu kurz. Überhaupt wird viel gelacht im Chor. Die Gemeinschaft und das Miteinander stehen im Vordergrund, geben Kraft und Selbstvertrauen – gerade bei anspruchsvolleren Liedern.

Ein echter Höhepunkt ist der zweite bunte Abend, der unübertrefflich von Marion und Dagmar, aber auch von Meike und Elke gestaltet wird. Mit rußgeschwärztem Gesicht, Helm auf dem Kopf und dazugehörigem Bergmanns-Hemd bringen sie den Ruhrpott ganz stilecht nach Wuppertal. Zum traditionellen „Steiger-Lied“ veranstalten die beiden ein „Ruhri-Quiz“, bei dem kleine Präsente zu gewinnen sind. Mit Fragen wie: War Peter Neururer mal Trainer vom VFL Bochum, oder doch vom BVB? Wo steht die Curry-Wurst-Bude, die Herbert Grönemeyer zu seiner kulinarischen Hymne inspiriert hat? Essen, Bochum oder doch Gelsenkirchen? Hier schlägt die Stunde der wahren Ruhrpott-Experten. Zu vorgerückter Stunde beweisen einige sogar noch ihr Können aus vergangenen Tanzschulzeiten. Zu deutschen Schlagern wird das Tanzbein geschwungen.

Sonntag Morgen. Nach dem Frühstück versammeln wir uns zu einem Stuhlkreis. Anette hat es übernommen, eine sehr stimmungsvolle Andacht zu gestalten.  Wir halten inne, danken Gott dafür, dass er uns diese Möglichkeit gibt, ihm mit Liedern zu danken und zu preisen. Mit Liedern Freude zu schaffen, aber auch Nachdenkliches zu transportieren – dies ist ein Geschenk, für das wir alle sehr dankbar sind. Die Abschlussrunde setzt einen Schlusspunkt an ein Chorwochenende, das wir in bester Erinnerung behalten werden. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr eine Fortsetzung – vielleicht mit noch mehr Chormitgliedern? Ich jedenfalls werde mit dabei sein.

Harald Dömel