Adventskalender – Tag 4

Ich laufe durch die Stadt, die Lichter lassen erahnen, dass es bis Weihnachten nicht mehr weit ist. Meine Sinne suchen nach anderen Hinweisen… Geräuschen – Weihnachtslieder, Gerüchen – gebrannte Mandeln, Glühwein-Duft, Bilder – kleine Büdchen, liebevoll geschmückt mit allerlei Kleinigkeiten die dem Beschenkten Freude bringen. Doch so sehr ich mich auch anstrenge, davon sehe ich dieses Jahr nichts.
Schon mit den Gedanken wieder zu Hause, biege ich um eine Ecke und sehe drei geschmückte Holzhütten. Ein bisschen unwirklich kommen sie mir vor, gleichzeitig freue ich mich. Ich hole mir etwas Leckeres zu essen, die Verkäuferin schenkt mir ein Lächeln und scheint sich zu freuen. Dann noch ein paar warme Mandeln, die herrlich duften. Ich wechsle ein paar Worte mit dem Mandel-Verkäufer – die wenigen Sätze stecken voller Trauer, voller Hoffnung und auch Dankbarkeit. Ich verabschiede mich und auf meinem Nachhauseweg denke ich über die kurzen Begegnungen nach.
Dieses Jahr ist weniger einfach mehr, ich übe mich in Demut und schicke ein Stoßgebet in die Nacht, in der Zuversicht, dass die ganzen Schausteller, Künstler, Gastronomen und Händler diese herausfordernde Zeit irgendwie überstehen.

Fabio Veglianti