Willow Leitungskongress 2026 rooted

Vom 12. bis zum 14. Februar waren wir mit ein paar Leuten aus der Apo Teilnehmer auf dem Willow Creek Leitungskongress, der in diesem Jahr das Thema „rooted – Gute Leitung braucht Starke Wurzeln“ trug. Zunächst startete der Donnerstagmorgen mit einer ausdrucksstarken Dramaszene und einer Woshipsession, bevor es dann mit dem ersten Vortrag so richtig losging.

Eröffnung des Leitungskongresses
Eröffnung des Willow Leitungskongresses

Tod Bolsinger, der erste Redner, begann mit einem starken Vortrag zum Thema Leiterschaft und was diese für Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn man sich in einem unbekannten Terrain befindet. Dabei ist es entscheidend nicht die gleichen Fehler zu machen und dabei zuzuschauen wie etwas in die Brüche geht, sondern daraus die Kraft zu schöpfen und sich zu fragen, was bei der letzten Krise offenbart wurde und daraufhin dies zu optimieren. Sich zu fragen, was aus der Tiefe zum Vorschein kam. Denn meist weist dies einen Mangel verschiedenster Art auf, sei es an fehlender Jüngerschaft, Gemeinschaft oder unzureichender Leitungskapazität. Zudem sollte man sich klar machen, dass festgefahrene Systeme nicht weiterentwickelt oder gar angepasst werden können, nur wenn daran stärker gearbeitet wird. Das Mindset „Wir sind vorwärts gegangen“ und den Blick auf die Zukunft gerichtet zu haben, verändert meist schon die Arbeitsweise. Auch kann es von Nöten sein, dass Dinge (auch welche die gut laufen) aufgegeben werden müssen, um über Krisen hinwegzukommen. Dies kann bei Menschen auf Widerstand stoßen, da diese dem Verlust hinterhertrauern, anstatt sich an der Veränderung zu erfreuen. Bolsingers Fahrplan für das nächste unbekannte Terrain, was einem begegnet war, sich die Frage zu stellen: Was sind Berge (Herausforderungen), die zu überwinden sind? Was bedeutet das für den Auftrag, den wir verfolgen? Was sind die Kanus (in und mit denen wir uns bewegen) und welche bzw. was müssen wir hinter uns lassen oder gar aufgeben? Herausfordernde Worte von Tod Bolsinger, für uns, die von der Apo vor Ort waren, welche auch noch lange nach dem Vortrag nachklangen und es auch immer noch tun.

Mindy Caliguire
Mindy Caliguire

Auch der zweite Vortrag von Mindy Caliguire brachte ein wichtiges Thema, nämlich, das der eigenen Seelengesundheit zur Sprache. Unsere Arbeit die wir oftmals auch ehrenamtlich ausführen, bemisst sich häufig nur in der Quantität ohne dabei zu schauen, wie es der eigenen Seele in dem jeweiligen Dienst geht. An erster Stelle sollte immer das Befinden der eigenen Seele stehen, bevor es schlussendlich nur noch in einem Ausbrennen oder Aussteigen mündet. Dabei gilt es die Herausforderungen im Gemeindeleben zu überwinden und den entscheidenden Punkt des Verbunden seins mit Jesus nicht zu vernachlässigen. Generell kann sich an drei Punkte gehalten werden, die es zu überprüfen gilt: Reflexion – Wie geht es meiner Seele und was stelle ich an erste Stelle? Beziehung – Wie verbunden bin ich mit Jesus in der Arbeit, die ich verrichte? Intention – Welchen Plan verfolge ich mit dem was ich tue?

 

Maike Ritzer
Maike Ritzer

Nach zwei amerikanisch geprägten Vorträgen folgte ein auf einer deutschen Studie aufbauender Vortrag von Maike Ritzer und Dr. Patrik Todjeras zum Thema wie glücklich macht der Glaube? Glück ist die Qualität des gesamten Lebens und der Glaube ist dabei, auch nach aktueller Studienlage, ein nicht zu vernachlässigender Teil unseres Glücks. Glaube ist, neben zum Beispiel sinnvoller Arbeit, einer der Big Five für Glück in unserem Leben. Dabei stellt gerade die christliche Gemeinschaft eine Quelle des Glücks dar, wenn sie dabei einen Fokus auf das Hören von Gott und dem umliegenden Sozialraum legt. Eine vitale Gemeinde zeichnet sich zudem durch vier Beziehungen aus, die im Einklang stehen sollte: Die Beziehung nach oben zu Gott; nach Innen, als tragende Gemeinschaft; nach Außen, als Mission im umliegenden Sozialraum und in die Breite, mit Blick auf die Ökumene.

Der Donnerstag endete dann mit einem Vortrag von John Mark Comer, der zu dem Thema „Verwurzelt in Jüngerschaft“, live aus dem USA zugeschaltet, referierte. Er plädierte dazu, dass es von Bedeutung ist, in Prozessen Fragen zu stellen, um daraus Veränderungen bewirken zu können. Comer sprach zudem davon, dass jeder im besten Fall wisse, was gut für einen ist, auch wenn man sich nicht immer daran halte. Meist würde die Wahrheit und die Entscheidung tiefer liegen. Für Gemeinden wäre es wichtig, die Sehnsüchte der Menschen, die in die Gemeinde kommen, zu erreichen und in diesem Fall ein Gleichgewicht zu allen bisherigen Angeboten herzustellen. Im Hintergrund sollte immer die Frage „Was bewirkt Gott gerade?“ und die damit verbundende Dankbarkeit mitschwingen. Dankbar sein für das was ist, was war und was kommen wird.

Am Freitag startet Markus Weimer mit der Frage „Bist du gerade gerne Mitglied in deiner Gemeinde?“ Diese Frage sorgte bei allen Teilnehmer für einen kurzen Moment des Schweigens. Im Folgenden sprach Weimer über die 7 Merkmale der Quellgemeinde aus der Apostelgeschichte. Punkt eins ist die Ermutigung überall. Dies soll Mut für neue Wege erzielen und der Ort der Gemeinde soll ein Ort der Ermutigung sein. Punkt zwei betrifft den Jesusfokus und die Treue. Es ist entscheidend, dass der Fokus nicht verloren wird und die Reihenfolge, wie Dinge bearbeitet werden, beachtet wird. In Punkt drei sprach Weimar von demütiger Leitung und in Punkt vier davon, eine mutige Vision von Wachstum einzunehmen. Punkt fünf greift das Gebet auf, dass im besten Fall alle Bereiche von Gebet durchdrungen sind und eine Trennung unablässlich ist. Der sechste Punkt beschäftigte sich mit dem Außenfokus und der Großzügigkeit und Punkt sieben betraf die Entscheidung teilweise auch das Beste verschenken zu müssen, um Veränderungen in Bewegung zu setzen. Abschließend sagte Weimer „Wir wissen nicht wohin die Reise geht, aber wir wissen wer sie führt und das ist genug.“

Julia Garschagen
Julia Garschagen

Julia Garschagen behandelte in Ihrer Session das Thema "Verwurzelt in der Wahrheit". Ihre erste und direkt prägende Aussage war, dass wir eine Wahrehit brauchen, die tiefer wurzelt als unsere Meinung. Wir können im christlichen Glauben auf die Wahrheit in Jesus vertrauen. Das Gute daran ist, wenn Jesus die Wahrheit ist bin ich es nicht und muss es auch nicht sein. Wenn ich Jesus folge kann ich die Wahrheit werden. Sie schärfte unseren Blick darauf, dass die Frage hinter der eigenen Meinung zu suchen ist. Als Beispiel nannte sie das Thema Abtreibung. Es gibt Lager die sagen, dass es sich um Mord handelt, wenn eine Frau ein Kind abtreibt und andere die sagen, dass es ist wichtig dies als Möglichkeit für Frauen zu haben. Die einen sehnen sich nach dem Recht des Lebens und die anderen nach dem Recht der Frau. Die Wahrheit liegt dazwischen und es sollte jeweils mit Demut und nicht der Wahrhaftigkeit an Themen herangegangen werden. Aus Jesus ergeht die tragfähige Wahrhaftigkeit und daraus die transformative Kraft.

 

Andre Häusling
Andre Häusling

Gefolgt von dem Vortrag von Julia Garschagen sprach Andre Häusling über das "Verwurzelt sein in neuem Denken". Alle Kirchen und Gemeinde stehen in der heutigen Zeit unter Druck und sehnen sich nach mehr Stabilität und Balance. Alles wird komplexer in einer komplizierten Welt und die Leitenden werden langsam müde. Um nicht in diesem Trott hängen zu bleiben, benötigt es laut Häusling ein neues Denken. Zukunft muss anders gedacht werden. Kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch sollte die Denkweise prägen. Es darf geträumt werden, auch wenn es noch keinen Plan dafür gibt. Zudem muss Leitung anders gedacht werden. Darunter führt Häusling alternative Führungsstrukturen, teambasierte Leitung und das Zutrauen in die Kompetenz der anderen Menschen auf. Als letzten Punkt muss die Zusammenarbeit anders gedacht werden mit der Frage im Hinterkopf „Wer übernimmt die Verantwortung?“ Abschließend betonte Häusling, dass Veränderung bei jedem einzelnen anfängt und wir dadurch zu einer Kraftquelle werden können.

Jonathan Almonte sprach in seinem Vortrag über seine Kindheit im Compassion Programm und wie er keine Hoffnung mehr verspürte.

Der Nachmittag war geprägt durch zwei Panel Talks. Einmal zum Thema „Something is going on – was tut Gott gerade?“ und zum anderen „Something is going on in the media – Glauben sichtbar machen.“ Hier sprachen unterschiedliche Leute von ihren Erfahrungen und was diese bisher für Wirkung zeigen.

Martin Schleske bildete am Freitagabend den Abschluss. Sein Vortrag handelte von Zweifeln und vom Leben. Es war ein für den Freitag prägender Vortrag und dies obwohl dieser Vortrag nur per Video gezeigt werden konnte. Martin Schleske zeigte auf eindrucksvolle Weise seine Verwurzelung zur Natur. Er zeigte auf, dass alle Krisen auch neue Regeln mitbringen. Als Beispiel zählte er hier die Klimakrise auf, um der Umwelt nicht noch mehr zu schädigen, müssen neue Regeln geschaffen werden.  

Jörg Ahlbrecht
Jörg Ahlbrecht

Der Samstag starte mit einer Session von Jörg Ahlbrecht. In gewohnt pointierter Art leitet er mit Witz und guter Struktur durch das Thema "Verwurzelt im Ewigen Leben". Dabei machte er klar, dass das ewige Leben nicht erst nach dem Tod beginnt, sondern schon im Hier und Jetzt startet. Dabei ist der Blick vom irdischen zum himmlischen existenziell. Beim irdischen gesenkten Blick bin ich auf mich und meine Sorgen fokusiert, der himmlische nach oben gerichtete Blick ermöglicht neue Chancen und ein Leben mit Jesus. Ewiges Leben ist Leben mit Qualität. Um dieses zu erreichen zeigte Jörg Ahlbrecht vier Bewegungen auf, die uns zum ewigen Leben führen. 1. Von der Angst zur Liebe 2. Von der Hetze zur Geduld 3. Von der Oberfläche zur Tiefe und 4. Vom Stückwerk zur Vollendung.

Dave Ferguson
Dave Ferguson

Als Abschluss ermutigte uns Dave Ferguson dazu uns zu multiplizieren. Er zeigte auf, dass es vielen bekannten Leitern schon passiert ist, dass Sie abgedriftet sind. Schon eine kleine Abweichung vom richtigen Kurs macht über einen langen Zeitraum eine große Distanz aus. Er malte dazu ein Bild auf, dass einen einfachen Füllstand aufzeigt, der immer schnell geprüft werden kann. Die Indikatoren dafür sind 1. Beziehungen: Wer prägt mich aktuell, mit welchen Personen verbringe ich aktuell viel Zeit? 2. Körperlich: Wie fit bin ich, was mute ich meinem Körper zu und was tue ich für meine Gesundheit? 3. Mental: Überdenk dein Handeln und folge nicht einfach stumpf. Reflektiere und gewinne daraus Erkenntnisse. 4. Geistliches/Spiritualität: Ohne das Geistliche verkümmern wir und verlieren den Sinn. Zuletzt rief er auf, Kirche zu mobilisieren und neu zu schaffen, indem wir Jünger befähigen– Geistliche Gemeinschaft schaffen – neue Leiter mobilisieren – und neue Formen von Kirche ins Leben rufen.

 

Worship
Worship

Der Kongress wurden neben den Sessions wieder mit Theater Szenen und kreativen Inputs abgerundet. Darüber hinaus begleitete Central Arts jede Session musikalisch mit  erstklassigen Worship. Auch hier gab es neue und kreative Wege, wie zum Beispiel die spontane Tageszusammenfassung als Lied zu bewundern.

Neben all dem was sich auf der Bühne abspielt, ist bei Willow auch immer in den Pausen eine Zeit des Austausches gegeben. Zudem sind Treffen von vielen bekannten Gesichtern auf den Leitungskongressen keine Seltenheit. So durften wir unsere ehemalige Vikarin Janina Haufe und viele aus anderen befreundeten Gemeinden treffen und ins Gespräch kommen.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Zusammenfassung des Willow Kongresses nur einen sehr kleinen Teil abbilden wird, von dem was in den Vorträgen vermittelt wurde und es teilweise vielleicht auch schwer nachzuvollziehen ist. Daher könnt ihr uns, die dabei gewesen sind, gerne ansprechen.

Mandy und Jan Romahn

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